Ich

Sebastian Flach ist „Schlapbe“. Und das kam so: als kleiner Junge war er ein Schlawiner, und so machten seine Eltern aus Sebastian Schlabian und aus Schlabian irgendwann Schlapbe. Auch für seine Lehrer war er immer nur Schlapbe – für seinen Steuerberater ist er ́s heute noch. Alle nennen ihn so. Und das ist gut so? „Unbedingt“, lacht Schlapbe. Aber Schlapbe ist nicht nur Schlapbe, Schlapbe ist auch Bassist. Und auch das ist gut so. Sehr gut sogar. „Der ursprüngliche Traum, Konzerte zu spielen, Musik zu machen, die aus einem rauskommt und davon leben zu können, ist ein absolutes Privileg“, sagt der 35järhige gut gelaunt, und fügt hinzu: „Und letztendlich eine Sache, die man nicht aus den Augen verlieren sollte.“ Dass er sich darüber gerade so freuen kann, hängt mit seinem ersten Album zusammen. „Groove“ heißt es und um nichts anderes geht es. Inspiriert vom Rhythmus der 70er Jahre, von Spaghetti- Western, von Tanz-Funk und Reggae-Dub sind Schlapbe und seine Band (SMAF) unterwegs auf einer Reise im Vintage-Sound. Und weil Schlapbes Musik eben so gemacht ist, wie sie gemacht ist – mit Pedalsteel, Hammond Orgel, Gitarre und Schlagzeug – landet „Groove“ genau dort, wo Groove hingehört: im Bauch und im Herzen. Unter anderem. Die Platte aufgelegt und los geht die Reise. Anschnallen hilft nicht wirklich.
Mit SMAF hat Schlapbe jetzt den großen Sprung gewagt. Jahrelang stand er unter anderem mit Georg Ringsgwandl und Guildo Horn auf der Bühne, doch was er jetzt macht, ist „seines“, sein Eigenes. „Es war ein wichtiger Schritt für mich. Ein Bild, das mich ermutigt hat, diesen Step zu gehen: Man muss Türen zumachen, damit andere aufgehen können.“ Dass er in so vielen unterschiedlichen Projekten mitwirken durfte und dürfe, betont er, darüber sei er aber total glücklich. Los ging seine „Reise zur Identitätsfindung“ eigentlich mit einer Frage: In welche Schublade möchte ich gerne gesteckt werden? Und wenn er sich schon selbst eine aussuchen durfte, beschloss er einfach, es sollte diese hier sein: „Groove“, auch als ganz persönliche musikalische Visitenkarte – mit Wurzeln im Motown – auf die Beine gestellt zusammen mit herausragenden Musikern wie Angela Frontera, Tommy Baldu, Martin Meixner und Arthur Braitsch. Und Schlapbes Visitenkarte kommt an: „Zusammengefasst kann ich zu den Reaktionen sagen, dass unsere Musik Bilder malt, die sehr farbenreich sind, dass sie ein bestimmtes Gefühl vorgibt, gleichzeitig aber so viel Freiraum lässt, dass es jeder nach seinem Geschmack ausmalen kann.“ Überhaupt ist es nicht gelogen, wenn man sagt, dass es Schlapbe vor allem um Gefühle geht. Und um ein ganz bestimmtes großes Lebensgefühl. „Ich glaube daran, dass es so etwas wie Karma gibt. Man strahlt eine Energie in die Welt hinaus, zeiht Menschen und Ereignisse an und hält andere von sich fern. Je nachdem, wie man selbst tickt. Ich habe für mich festgestellt, das funktioniert“, sagt Schlapbe und lacht. „Wenn man freundlich zu anderen ist, dann bekommt man meist eine freundliche Reaktion von anderen und umgekehrt“. Schlapbe lebt so. Und deshalb glaubt man ihm das auch. Auf Anhieb. Mit seiner Musik ist es einfach ganz genauso. Und weil, wie es Steve Martin formuliert hat, über Musik zu schreiben das Gleiche ist, als würde man Architektur tanzen, muss man mit Schlapbe schon eine Reise tun…. Dann kann man was erleben.

Ein Portrait von Inga Brock

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